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Inhalt

Der unnahbare Sean unternimmt mit seinem Bruder Mike und dessen Frau Wren ein Jagdwochenende in der amerikanischen Wildnis. Der gemeinsame Trip soll die beiden unterschiedlichen Brüder wieder vereinen. Doch schon bald werden Spannungen in der Gruppe deutlich und die Situation droht zu eskalieren. Als am nächsten Tag ihr sämtliches Hab und Gut verschwunden ist und alle drei mit einem Kreuz auf der Stirn gekennzeichnet aufwachen, beschuldigt Mike zunächst Sean dahinter zu stecken. Doch schnell wird klar, dass sie nicht allein sind, sondern das Ziel einer tödlichen Menschenjagd. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.

Kritik

"Preservation" fängt ruhig und entspannt an, doch es sollte klar sein, dass die Ruhe nicht lange halten wird. Was zunächst aussieht wie ein Wiedervereinigungsurlaub einer entfremdeten Familie nimmt über einen Umweg in Richtung Dreiecksromanze dann den direkten Weg ins Survival-Horror Genre. Und hier kann Regisseur Christopher Denham sich so richtig austoben. Jedenfalls könnte er, so rein theoretisch. Dem stehen die Figuren im Weg, die größtenteils nach Schema F angelegt sind. Da gibt es Mike (Aaron Stanton, "Mad Men"), der es nicht schafft das Handy für fünf Minuten aus der Hand zu legen. Dem steht sein Bruder Sean (Pablo Schreiber, "Orange is the new Black") gegenüber, der unter einer posttraumatischen Stressbelastungsstörung leidet, seit er beim Militär war. Beide werfen mit hohlen Phrasen um sich, die der Charakterbildung wohl dienen sollen. Dazwischen befindet sich Wit (Wrenn Schmidt, "Boardwalk Empire"), eine angehende Ärztin und die Frau von Mike. Um ihre Friedfertigkeit zu unterstreichen ist sie sogar Veganerin, wie praktisch. 

Doch es hilft ja alles nichts, es kommt wie es kommen muss: bereits nach der ersten Nacht in der Wildnis wachen die drei Protagonisten mit einem fetten, schwarzen X auf der Stirn auf. Jeder verdächtigt jeden, dabei ist ein viel größeres Katz-und-Maus Spiel längst am laufen. In strahlendem Sonnenschein wird vor mysteriösen Angreifern geflüchtet. Diese erinnern manchmal durchaus an einen gewissen Jason mit ihren Hockeymasken, doch die zuerst noch unterschwellige Kritik am digitalen Medienzeitalter wird deutlicher, je weiter der Film fortschreitet: sie wirken wie frisch aus einem Computerspiel gesprungen.

Nun böte sich in der Theorie die Chance für "Preservation" sich im Survival-Genre so richtig auszutoben, das Rad neu zu erfinden und generell Dinge zu bieten, die man als neu und innovativ bezeichnen könnte. Doch Denham entscheidet sich für den sicheren Weg. Leider ist dieser nicht immer spannend, und hier hapert es dann oftmals doch zu deutlich an Logik und gesundem Menschenverstand. Zuviel verraten soll an dieser Stelle nicht werden, doch soviel sei gesagt: die Logik innerhalb des Films arbeitet zu einseitig für die Protagonisten, und Figuren wechseln rasant zwischen "sehr clever" und "zu dumm zum geradeaus laufen". Je nachdem, wie es eben gerade gebraucht wird. 

Dies ist vor allem für Wrenn Schmidt traurig. Sie holt aus ihrer Figur das Optimum raus, macht ihre Sache glaubhaft und überzeugend. Mit dem Material, dass man ihr gibt geht sie solide um, nur leider ist das Material stellenweise eben nicht sonderlich klug. Die FSK18 ist ebenfalls milde irreführend, denn sonderlich blutig geht es hier nicht zur Sache. Da dürfte eher das Thema der Selbstjustiz, verbunden mit der Identität der Jäger, der Auslöser gewesen sein. So bleibt das Potential unausgeschöpft, denn mit klügeren Charakteren und ein bisschen mehr Logik hätte dieser Film einen wirklich mitreissen und fesseln können. Doch die flachen, schablonenhaften Figuren verhindern beinahe jede Form von Mitgefühl seitens des Zuschauers, und so verpufft viel Potential im Nichts.

Fazit

"Preservation" hat durchaus seine Momente, in denen er glänzen kann. Vor allem Wrenn Schmidt weiß zu überzeugen, und auch das Setting ist rundum gelungen. Doch das bewahrt den Film nicht davor, in die ein oder andere Falle zu tappen. So sind die Figuren wechselweise clever und einfach zu dämlich, gleiches gilt für den Verlauf der Geschichte an sich. Die Dialoge sind bisweilen ein wenig holprig ("you killed my dog - now I'm going to kill you"). Auch Denhams vorgebrachte Kritik an der Nutzung von Kommunikationstechnik ist arg offensichtlich. Trotzdem ist "Preservation" kurzweiliger und stellenweise durchaus knackiger Survival-Spaß. Für Neulinge in diesem Gebiet ist der Film sicherlich eine härtere Angelegenheit, alteingesessene Survivalveteranen dürften mit Filmen wie "Eden Lake" deutlich besser bedient sein.

Autor: Sandra Scholz

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