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Inhalt

Für die ehrgeizige Journalistin Meghan Miles scheint ein Traum wahr zu werden: der lang ersehnte Job als Nachrichtensprecherin bei einem landesweiten TV-Sender ist in greifbare Nähe gerückt. Als sie jedoch erfährt, dass sie den Karrieresprung nur knapp verpasst und sich auch noch ihr Freund von ihr getrennt hat, beschließt die sonst eher geradlinige, konservative Meghan den Kummer zusammen mit ihren Freundinnen mit einer rauschenden Partynacht zu vergessen - gekrönt von reichlich Alkohol und einem One-Night-Stand mit einem schönen Unbekannten. Dumm nur, dass sich Meghan am nächsten Morgen nicht nur verkatert, sondern auch völlig hilflos ohne Telefon, Geld, Ausweis oder Auto wiederfindet - und das mitten in L.A. Ein Missverständnis folgt dem anderen und bald hat Meghan auch noch die Polizei am Hals. Zu allem Überfluss ist sie nun doch wieder im Rennen für den Traumjob, wenn sie es nur rechtzeitig zum Vorsprechen beim Sender am anderen Ende der Stadt schafft...
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Kritik

Deutsche Titelübersetzungen sind ja immer wieder so eine Sache. Da versuchen die einen das Augenmerk auf einen Aspekt im Film zu legen, der dem deutschen Publikum mehr als deutlich den Inhalt des Films unter die Nase reibt, wie „Zombie“. Oder die anderen, den englischen Titel so kreativ wie möglich ins Deutsche zu übertragen, wie bei „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“. Und dann gibt es Titelperlen wie „Die Satansweiber von Tittfield“ oder "Frankensteins Kamps gegen die Teufelsmonster", bei denen der geneigte Filmfreund nur noch lachend mit dem Kopf schütteln kann. Das neuste Opfer übereifriger Kreativköpfe ist dabei die neue Elizabeth Banks-Komödie „Walk of Shame“. Jener ist vom deutschen Verleih schlicht und ergreifend die Meisterübersetzung „Mädelsabend – Nüchtern zu schüchtern“ zugesprochen worden. Vor allem der Untertitel hat hier aber im Endeffekt genau so wenig was zu suchen, wie Frankenstein in einem Godzilla-Streifen und degradiert den Film nur zu einem weiteren Komödien-Supergau. So schlimm ist es am Ende bei weitem nicht, obwohl „Mädelsabend“ letztlich einen unvorteilhaften Fokus wählt und so vorhandenes Potenzial verschenkt.

Dabei fängt der Film relativ ordentlich an. Die ersten fünfzehn Minuten sind sympathisch, witzig und nehmen die Nachrichtenwelt auf gekonnte Weise aufs Korn. Dass man dabei nicht an eine tiefgründige Mediensatire wie „Die Truman Show“ denken sollte, ist klar, dennoch weiß der Film mit der political correctness innerhalb der Medien auf zwar alberne, aber unterhaltsame Weise zu spielen. Wenn allerdings der betitelte Mädelsabend und letztlich der „Walk of Shame“ (der englische Titel ist zwar ebenfalls nicht sonderlich kreativ, aber weit passender) beginnt, kippt der Film allzu oft in die 0815-Sparte. „Mädelsabend“ stellt dabei keinen Hangover-Clon dar, wie man zunächst annehmen könnte, sondern dreht sich um die morgendliche Odyssee ins eigene Heim nach einer durchzechten Nacht. Dass das nicht so einfach ist, wie sich das anhört, ist selbstverständlich und so trudelt Nachrichtensprecherin Meghan hier von einem Missgeschick ins nächste. Vom einfachen Fahrradklau bis zur Schießerei im Crackhouse ist dabei durchaus einige Situationskomik vertreten, obwohl man nicht umher kommt festzustellen, dass zu viele der Missverständnisse und Momente zum fremdschämen im Endeffekt altbacken sind.

Die ganzen Missverständnisse und das ewige Hin und Her gehen einem dabei bald ebenso auf die Nerven wie der Protagonistin selbst. Elizabeth Banks ("Die Tribute von Panem") macht dennoch einen guten Job die nervlich gereizte und dennoch sympathische „Heldin“ mit ordentlich Körpereinsatz gut darzustellen. Der restliche Cast geht dabei zum Großteil unter und muss sich in die Rolle der Stichwortgeber fügen. Wirklich herausstechen tun dabei ganz wenige, sie sind eher Mittel zum Zweck. Ein James Marsden ("Anchorman 2") muss zum Beispiel nicht mehr tun, als hier und da ein charmantes Lächeln aufzusetzen, um seine Rolle auszufüllen.

Die besten Momente hat „Mädelsabend“ immer wieder, wenn der Film auf Vorurteile und Nachrichtenhetzerei anspielt. So wird aus dem Radiosong „Call me maybe“ ganz schnell ein Hatecrime gegen einen jüdischen Nachwuchsgeistlichen. Von diesen Momenten gibt es am Ende aber viel zu wenig. Der Film verlässt immer wieder auf den heutzutage „hippen“ R-rated Humor (in Deutschland ist das Ganze dennoch ab 12) und spult zu viel recycelte Situationskomik ab. So gibt es schon zur Hälfte die ersten Ermüdungserscheinungen und Blicke auf die Uhr. Wie Meghans Kleid nutzt sich also auch der Film im Laufe der Zeit immer mehr ab, bis man sich durchaus den Abspann herbeisehnt. Und das ist, gerade im Hinblick auf den vielversprechenden Beginn, sehr schade.

Fazit

„Mädelsabend – Nüchtern zu schüchtern“ ist nicht halb so schlimm, wie es der deutsche Titel vermuten lässt. Gut macht das den Film trotzdem nicht. Neben einer sympathischen Hauptdarstellerin und einer guten ersten viertel Stunde, flacht der Film gegen Mitte immer mehr ab und fährt eher durchschnittliche Missverständnis-Gags und Momente zum fremdschämen auf, die einem nach kurzer Zeit zum Hals raus hängen. Die selten eingestreuten Seitenhiebe auf die Nachrichtenbranche und den Zwang zur politcal correctness funktionieren dabei noch am Besten und heben den Film letztlich ein wenig über den komödiantischen R-rated Einheitsbrei hinaus. Man kann sich also fragen, ob „Mädelsabend“ mit einem anderen Fokus vielleicht besser funktioniert hätte. Obwohl man dann vermutlich auf den herausragenden deutschen Titel hätte verzichten müssen.

Autor: Thomas Söcker

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