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Paul Kersey möchte (wieder mal) seine gewalttätige Vergangenheit hinter sich lassen, was er mit seiner neuen Freundin Olivia und deren Tochter Chelsea in die Tat umsetzen will. Doch Chelseas Vater verlangt das Sorgerecht für seine Tochter und ist dabei bereit, über Leichen zu gehen. Kersey sieht (wieder mal) nur einen Ausweg.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Machen Waffen Sie nervös? Nein, eigentlich nicht. Nur wenn Idioten sie benutzen.“

Es wollt wohl einfach nicht sein. Manchen Menschen wird das Glück einer harmonischen Beziehung gnadenlos verwehrt. So zum Beispiel auch Paul Kersey, ein angesehener Architekt, der seine erste Ehefrau im 1970er Jahre Klassiker Ein Mann sieht rot auf äußerst brutale Art und Weise verloren hat und daraufhin zum einsamen Rächer aufstieg. In Death Wish V: The Face of Death, versucht es Kersey nun zum nunmehr vierten Mal, endlich wieder zum besonnenen Eheglück zu finden – aber, wie soll es schon anders sein, auch diese Chance wird ihm vom Schicksal gnadenlos verhagelt. Möchte man sich über dieses sagenhafte Unglück, welches die ebenso sagenhaft streitbare Death Wish-Reihe seinem Protagonisten seit 1974 andichtet, amüsieren? Eigentlich schon, wären die Filme in ihren ideologischen Ausrichtungen zuweilen nicht derart abstoßend geraten.

Death Wish V: The Face of Death ist nicht nur der Abschluss einer eingangs zwar stilprägenden, sich nach und nach aber immer fragwürdiger gestalteten Brutalo-Reihe. In diesem Fall hat sich nun auch nicht mehr die legendäre Cannon-Schmiede für die Produktion verantwortlich gezeichnet, was gleichwohl im Umkehrschluss bedeutet, dass die vorangegangenen Teile durchaus daran mitgewirkt haben, das kultige Studio, welches gerade in 1980er Jahren ihre Hochphase genoss, in den Ruin zu führen. Death Wish V: The Face of Death stellt auch den letzten Kinofilm des ehemaligen Leinwand-Großverdieners Charles Bronson (Spiel mir das Lied vom Tod) dar, der mit seinen 73 Lenzen einige Jahre zu viel auf dem Buckel trägt, um den schattenhaften Vigilanten, der sich dem kriminellen Unrat der Großstadt auf eigene Faust angenommen hat, mit glaubwürdig-kerniger Präsenz auszukleiden.

Nein, Charles Bronson ist zuvorderst alt, verdammt alt, und die Filmreihe richtet ihren titelgebenden Todeswunsch nun endgültig an sich selbst. Nahezu unfassbar scheint nach der Sichtung von Death Wish V: The Face of Death der Gedanke, dass man tatsächlich mit einen sechsten Teil plante, wäre die hiesige Regiearbeit von Allan A. Goldstein (2002 – Durchgeknallt im Weltall) nicht so rigoros an den Kassenkassen baden gegangen. Ja, manchmal kennt auch das Schicksal Gnade, wenn auch nicht mit dem Dasein von Paul Kersey. Der meint es inzwischen übrigens wirklich ernst damit, seiner düsteren Vergangenheit abzuschwören und hat sich unter dem Namen Paul Stewart nicht nur eine neue Identität zugelegt, er doziert nun auch Architektur an einer Universität und hat sich mit Olivia (Lesley-Anne Down, Der große Eisenbahnraub) ein Model zur Frau genommen.

Und gerade, als die Dinge wieder so richtig rund laufen und Paul seiner neuen Flamme einen Heiratsantrag gemach hat, kommt der mafiöse Ex (Michael Parks, From Dusk Till Dawn) um die Ecke und lässt Olivia nicht nur entstellen, sondern kurz darauf auch das Zeitliche segnen. Was bleibt Paul also übrig, als das kalte Schießeisen, seine wahre Identität, wieder aus dem Tresor zu holen und zum fünften Mal auf Verbrecherjagd zu gehen? Allan A. Goldstein, dessen Fernsehvergangenheit auch Death Wish V: The Face of Death nicht verheimlichen kann, sieht der Film doch aus wie eine schmucklose, triste, muffige TV-Produktion, gibt sich ganz und gar den sadistischen Umtrieben seines Selbstjustiz-liebenden Helden hin: Da darf Charles Bronson noch einmal beweisen, wie gewaltgeil sein Paul Kersey doch sein kann, um auf ein Neues alle erdenklichen Sympathien für diese Figur mit Leichtigkeit zu verspielen.

Wobei das mit der Geneigtheit des Zuschauers für Paul Kersey ja ohnehin eine äußerst komplizierte Sache ist, operiert das Death Wish-Franchise ja seit jeher nach billigsten Aktion-Reaktion-Schemata und legitimiert Gegengewalt ganz profan damit, dass sie nun mal das Ergebnis von Gewalt ist – natürlich alles in einer Welt, in der der Rechtsstaat zwangsläufig versagt. Mit seinem glasigen Vielleicht-noch-ein-guter-Sommer-Blick passt der einst so große, autoritäre und mitreißende Charles Bronson hier inzwischen perfekt in diese ätzende Form von lächerlichen, hässlich inszenierten und ungemein lethargischen Altmänner-Kloppern. Nur Michael Parks, ein echtes Genre-Unikat, hat so richtig Bock auf die Rolle des schmierigen Ultrafieslings und chargiert sich durch diese filmische Scheißhausnummer mit einer derartigen Hingabe, dass Death Wish V – The Face of Death ganz sanfte Anklänge eines karikaturesken Billo-Heulers gewinnt. Ganz leicht, kaum vernehmbar, eigentlich nicht existent. Dafür ist der Rest zu fürchterlich.

Fazit

Mit "Death Wish V – The Face of Death" ist das Franchise um den einsamen Rächer Paul Kersey endgültig an seinem Tiefpunkt angekommen – und glücklicherweise auch am Ende. Charles Bronson tattert sich durch ein sadistisches, lethargisches, primitives und vollends lächerliches Vergeltungsszenario auf TV-Niveau. Nahezu alles an diesem Film ist ein Reinfall, wäre dort nicht der im letzten Jahr verstorbene Michael Parks, der auf die Rolle des aalglatten Oberfieslings offenkundig richtig Bock hatte.

Autor: Pascal Reis

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