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Inhalt

Nach 20 Jahren treffen sich die beiden Brüder Georg  und Christian  auf der Beerdigung ihres Vaters wieder. Beide haben sich zunächst wenig zu sagen: Georg, der Tischler geworden ist und seinen Vater bis zuletzt gepflegt hat, und der weitgereiste Top-Manager Christian, der nach Jahrzehnten erstmalig zurück in die Heimat kommt. Doch nach einer durchwachten Nacht mit reichlich Alkohol beginnt die Annäherung: Beide beschließen, endlich die Deutschland-Tour zu machen, von der sie mit 16 immer geträumt haben – und zwar mit dem Mofa. Völlig betrunken brechen sie noch in derselben Nacht auf. Trotz einsetzendem Kater und der Erkenntnis, dass sich eine solche Tour mit über 40 recht unbequem gestaltet, fahren sie unermüdlich weiter. Während sie schräge Bekanntschaften machen und diverse wahnwitzige Situationen er- und überleben, stellen sie nach und nach fest, dass es bei ihrem Trip nicht alleine darum geht, einmal quer durch Deutschland zu fahren, sondern den Weg zurück zueinander zu finden.

Kritik

Regisseur hat sein Herz wohl an das Filmgenre des Road Movie verloren. Neben Friendship! und Frau Ella mit Matthias Schweighöfer inszenierte er außerdem noch Simpel. Mit 25 km/h liefert er nun wieder ein Road Movie ab und genau wie in seinen vorangegangen Werken beschreitet er dabei keine allzu bekannte und weitestgehend platt getrampelte Pfade. Wie so oft im Genre müssen sich zwei entfremdete Menschen, in diesem Falle zwei Brüder, auf einer gemeinsamen Reise wieder zusammenraufen. Dass die beiden Brüder Georg und Christian dabei nicht mit dem Auto, sondern mit zwei Mofas unterwegs sind, ist eine Eigenheit, die nicht wirklich ins Gewicht fällt. 25 km/h vertraut auf die Standards, dramaturgisch wie narrativ. Wirklich überrascht oder verblüfft wird man als Zuschauer also nicht.

Dafür punktet 25 km/h bei seiner Besetzung. Hauptdarsteller Lars Eidinger (Die Wolken von Sils Maria) und Bjarne Mädel (1000 Arten Regen zu beschreiben) haben gemeinsam eine unglaublich stimmige Chemie, die dafür sorgt, dass der Film sich trotz aller drögen Bekanntheiten, durchaus immersiv und frisch anfühlt. Ihr gemeinsamer Trip quer durch die Bundesrepublik wird zur Bühne für ihr gemeinsames Charisma. Wenn die beiden Ärger mit der Polizei bekommen, beim Griechen sich die Bäuche vollschlagen oder auf einem Campingplatz ein entscheidenes Tischtennisduell ausfechten ist 25 km/h ein unkomplizierter Spaß, der eine Menge Kurzweil generiert.

Das geht aber auch anders. Immer dann, wenn 25 km/h ernsthaft und tiefgründig sein will, verliert er seine Bodenhaftung. Vor allem ein Ausflug auf ein alternatives Festival in Paderborn erweist sich als schnöder Tiefflieger. Wenn die beiden Brüder mit einer Anhalterin (Jella Haase, Fack ju Göhte) und bewusstseinserweiternde Substanzen über ihr Leben und ihre Beziehung zueinander grübeln, ist das ziemlich miefig und tonal recht verkorkst und stört den Fluss des Films teils recht drastisch.

Gleiches gilt leider auch für den letzten Akt, der die beiden Brüder nach Berlin verschlägt. Hier gibt sich 25 km/h leider ödem Kitsch und billigen, dramaturgischen Mechaniken hin. Davon erholen tut sich das Finale des Films leider nicht. Gollers Road Movie schleppt sich ohne Kraftstoff im Tank über die Ziellinie und liefert dabei keine Bestzeiten ab, hatte davor aber einige ganz gute Runden abgeliefert, die übrigens auch durch die Nebendarsteller zustande kamen. Sei es  (Who am I - Kein System ist sicher) als Ping-Pong-Prolet namens Hantel oder (Toni Erdmann) als herrlich schwäbelnde Gutseele aus Georgs und Christians Heimatdorf.

Fazit

Markus Gollers viertes Road Movie wagt nicht viel und bietet dadurch solide Kurzweiligkeit, die vor allem durch Eidinger und Mädel zu Stande kommt. Aber auch die beiden Stars können nur wenig gegen das Finale und die ein oder andere misslungene Station auf ihrer Reise ausrichten. Insgesamt ein netter Film ohne große Ambitionen und Ansprüche.

Autor: Sebastian Groß

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